Donnerstag, 21. Juni 2012



Gestern Abend brachte meine ehemalige, langjährige Sprechstundenhilfe Elke eine riesige Orchidee vorbei. Sie hatte vor 1 Jahr nach dem Tod meiner Mutter einige verblühte Orchideen von ihr "in Pflege" genommen und hat mir jetzt zum Jahrestag die schönste wieder mitgebracht.




Dazu nicht nur für Elke ein Liedtext der Rockgruppe Novalis:


Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß wie Wolken schmecken,
der wird im Mondschein ungestört
Von Furcht, die Nacht entdecken. 
Der wird zur Pflanze,
wenn er will, zum Tier, zum Narr, zum Weisen
und kann in einer Stunde
durchs ganze Weltall reisen. 
Er weiß, dass er nichts weiß,
wie alle andern auch nichts wissen,
nur weiß er was die anderen
und er noch lernen müssen. 
Wer in sich fremde Ufer spürt,
und Mut hat sich zu recken,
der wird allmählich ungestört 
von Furcht sich selbst entdecken. 
Abwärts zu den Gipfeln 
seiner selbst blickt er hinauf,
den Kampf mit seiner Unterwelt,
nimmt er gelassen auf.
Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiss wie Wolken schmecken,
der wird im Mondschein, ungestört
von Furcht,die Nacht entdecken. 
Der mit sich selbst in Frieden lebt,
der wird genauso sterben,
und ist selbst dann lebendiger
als alle seine Erben.
1978 geschrieben von dem Gitarristen Carlo Karges
und:


Es geht im Leben nicht darum zu warten,
dass der Sturm vorüber zieht,
sondern zu lernen,
im Regen zu tanzen....

Sonntag, 17. Juni 2012





Gerade waren wir auf dem ersten "Salon Oberbayern", einer neuen Reihe des Heimatpflegers des Bezirks Oberbayern, Herrn Dr. Göttler. Zum Auftakt hat Horst Thürheimer die sehr komplexe, dreistufige Arbeitsweise bei seinem Kreuzweg in St. Florian beschrieben, einem 17 m breiten, 14-teiligen modernem Glasbild. Es kam zu einer eindrucksvollen Darstellung der Idee der Kirchenkonzeption durch Vertreter der Diozöse, der Frage Kunst in der Kirche, Kunst und Glaube und der Bedeutung der impressiven Glasgemälde. Auch Gemeindemitglieder und Pfarrer Guggenbiller stellten ihr persönliches Erleben dieses Kreuzweges und des gegenüberstehenden Auferstehungsbildes dar, also den christlichen Dipol von Leidensweg, Hoffnung und Auferstehung. Das abstrakte Kreuzwegbild stellt sehr intensiv Leiden und Martyrium Christi dar. Es war interessant wie stark sich das auf alle Betrachter überträgt. Gleichzeitig zeigt es eine Hoffnung und einen positiven Ausblick. Das gemeinsame Gespräch und die Diskussion waren sehr beeindruckend. Ich bin gespannt auf die Fortführung dieses Salons! 

Als nächstes können Sie am 26.6. um 20 Uhr in der Kulturschranne in Dachau an einer Lesung mit Musik von Anatol Regnier, Sohn von Charles Regnier und Enkel von Frank Wedekind teilnehmen. Der Titel lautet: "Seltsam sind des Glückes Launen".





Samstag, 16. Juni 2012

Heute lade ich Sie zu einem Ausflug in meine Bilderwelt ein: 



Die Bilder in meinem Wartezimmer hat mir Imke Reinecke zur Verfügung gestellt. Ich möchte ihr ganz herzlich für ihre spontane Bereitschaft, mir diese wunderbar passenden Bilder zur Verfügung zu stellen, danken. Frau Reinecke ist 1952 in Bremen geboren, war bis 2007 selbstständige Steuerberaterin in München und lebt und arbeitet jetzt als Kunstmalerin in Achim bei Bremen. 
Siehe auch Ihre eigene Webseite http://www.imke-reinecke.meinatelier.de.



Bilder in meinem neuen Sprechzimmer


In meiner alten und meiner neuen Praxis fanden und finden Sie zahlreiche Bilder von Horst Thürheimer. Horst  ist im Juni 1952 geboren. Das scheint ein wahrhaft guter Jahrgang zu sein. Horst Thürheimer hatte für mich in der alten Praxis eine sehr schöne Ausstellung zusammengestellt. Seine Bilder gefallen mir sehr. Unter seinen neuesten Arbeiten ist ein kompositorisch und farblich unglaublich schönes, leider ein für meine Praxisräume zu großes Bild. Er hätte mir sogar "meinen Liebling" geliehen.


Horst hängt Bilder in der alten Praxis auf
"mein Liebling" im Atelier mit dem Handy fotografiert 

Thürheimer wurde 1952 in Ulm geboren, studierte an der Münchner Akademie der Schönen Künste und wurde Meisterschüler von Prof. Rudolf Tröger. Seither lebt und arbeitet er als Maler und Zeichner in München. 1988 erhielt er den Bayerischen Staatspreis, 1989 das New-York-Stipendium des Bayerischen Staates. 2009 machte er durch die Ausstellung "Antike im Feuer" in der Münchner Glyptothek auf sich aufmerksam. 

Siehe dazu seine eigene Webseite www.horstthuerheimer.de





Bild in meinem alten Sprechzimmer



Mit dem abstrakten Kreuzweg für die Kirche St. Florian hat Thürheimer ein eindrucksvolles, geistliches Werk geschaffen. Im "Salon Oberbayern" erläutert er seine Arbeitsweise und stellt sich den Fragen von Bezirksheimatpfleger Dr. Norbert Götter.

Morgen am 17.6.2012 um 14:30 Uhr können Sie mit dem Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler in der katholischen Kirche St. Florian in München Reim den modernen Kreuzweg von Horst Thürheimer anschauen ( Eintritt € 7.-Anmeldung erforderlich: Fachberatung für Heimatpflege Tel. 08857/88-850, Fax 08857/88-859 e-mail: norbert.goettler@bezirk-oberbayern.de)



und last but not least: 







Die kleinen zarten Bilder im alten und neuen Untersuchungszimmer stammen von Peter Burkart, geboren 1940 in München. Peter Burkart studierte 1959-65 an der Staatl. Hochschule für bildende Künste in Frankfurt/Main bei seinem Vater Prof. Albert Burkart und war Meisterschüler bei Prof. Joh. Schreiter - 1962 Martin B. Leisser Stiftung, 1964 Stipendium in Südfrankreich, 1979 Seerosenpreis der Stadt München. 1991-1993 gestaltete er den 19-teiligen Wandfries mit den großen Tafelbildern in der Basilika St. Bonifaz in München. Sechs Jahre lang hatten wir eine Ausstellung mit seinen Bildern in der alten Praxis. Seine Spezialität sind Farbräume mit räumlichen Dimensionen der Farbe mit besonderen Gefühlswerten und Musikalität. Er half nicht nur bei der Farbwahl für die Wände in der Donnersbergerstr. 22, er gestaltete auch die Türen des großen Schranks in der Mammographie in der Praxis Donnersbergerstraße. Die farbigen Tafeln haben vielen der  Patientinnen die Angst vor der Untersuchung genommen. Burkart ist Mitglied des Vorstandes der Freien Münchner und Deutschen Künstlerschaft e.V.

2010 und 2011 stellte Peter Burkart zwei Ausstellungen mit Frauenbildnissen seines Vaters Prof. Albert Burkart in Riedlingen zusammen unter dem Thema "Frauen". Dabei ging es nicht nur um Mariendarstellungen, sondern auch sozialkritisch um die Rolle der Frau in der Gesellschaft. 


Mittwoch, 6. Juni 2012

Ankündigung zweier Konzerte:

Am 09.Juni 2012 um 19:30 Uhr können Sie im Hubertussaal des Schlosses Nymphenburg eine ganz besondere "Nachtmusick" von Mozart mit Vecchio legno hören. Dabei spielt Sebastian Kürzl, Mitglied des Balthasar-Neumann-Ensembles und Sohn meines sehr geschätzten Kollegen Prof. Rainer Kürzl mit. Ich wäre gern dabei gewesen, wünsche Ihnen viel Erfolg und Freude!

Wunderbare Musik in besonderem Ambiente gibt es auch am Sonntag:

Am 10.Juni 2012 gastiert auf Schloss Seefeld der junge russisch-israelische Ausnahmepianist Ilya Poleataev mit Werken von Bach, Chopin, Dussek und Brahms.



Leider gab es in München auf der Volkssternwarte heute früh zwar einen Sonnenaufgang aber keinen Venustransit zu sehen. Die Sonne lag hinter Wolken versteckt. Nächste Chance wieder in 105 Jahren. Trotzdem ist der 6.6. ein besonderer Tag mit vielen bedeutenden Ereignissen und wichtigen Geburtstagen:






1799 Alexander Puschkin
1850 Karl Ferdinand Braun (Braun'sche Röhre), Nobelpreisträger 1909
1868 Robert Falcon Scott, Polarforscher
1875 Thomas Mann, deutscher Schriftsteller und Nobelpreisträger
1903 Aram Chatschaturiam, russ. Komponist
1907 Persil kommt auf den Markt
1920 erste Reichstagswahl
1931 Münchner Glaspalast mit 3000 Gemälden wird Raub der Flammen
1933 Heinrich Rohrer, Schweizer Physiker
1942 Klaus Bednarz, deutscher Journalist
1944 Landung der Alliierten Truppen in der Normandie
1944 Gründung des ersten CVJM in London
1945 Theo Zwanziger, Präsident des Fußballbundes
1952 Gerd Gruppe, bester Ehemann aller Zeiten
1956 Björn Borg, schwedischer Tennisspieler
1971 Start Raumschiff Sojus 11
1978 D-Bo, deutscher Rapper
2005 Schwedischer Nationalfeiertag

Sonntag, 3. Juni 2012

Vor längerem habe ich angekündigt, rechtzeitig über den sog. Venustransit zu berichten. Es handelt sich nicht wie bei einer Frauenärztin vielleicht zu vermuten um ein gynäkologisches Phänomen sondern um ein astronomisches Ereignis. Dabei wandert der Planet Venus von der Erde aus gesehen vor der Sonne vorbei, diesmal am 6.6.2012 z.B. ab 5.14 Uhr in München. Die nächste Chance, dies zu beobachten gibt es erst wieder 2117!
Gerade habe ich von meinem Vetter Karl-Hanns folgende Zeilen von Anselm Grün erhalten:

"Der Engel der Zuversicht schenkt uns Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft. ... Die Zuversicht sieht mehr als das bloß Vorhandene. Sie sieht mehr als die Probleme ...sie sieht zur Welt hinzu Gottes Engel, die mit uns durch diese Welt gehen und die ihre schützende Hand über uns halten."

Das gibt mir die Gelegenheit zu einer Überleitung vom Friedensengel zu einem großen Dank an alle, die mich in den vergangenen Monaten liebevoll begleitet haben. 
Viele liebe Unterstützung und wunderbarer Zuspruch wurde mir auch von unerwarteter Seite zuteil. Ihnen allen gilt meine Dankbarkeit und Zuneigung! 


An dieser Stelle möchte ich mich bei meiner Innenarchitektin, Frau Jeanette Heerwagen (www.heerwagen-dc.com) sehr herzlich bedanken. Sie hat mich nicht nur von Anfang an bei der Praxissuche begleitet und die Verwirklichung von meinen Praxis-"t"-räumen ermöglicht, sondern auch so manch anderes Problem mitgetragen. Sie hat mit ihrem wirklich kompetentem Team Träume wahr gemacht. Danke.







Montag, 28. Mai 2012

Wie kam der Friedensengel in mein Logo?


Beim Unterschreiben des Mietvertrags für die Praxis im Lehel blickte ich über die Wipfel der Bäume an der Isar auf den Friedensengel und empfand dies als gutes Omen. Diese Siegesgöttin ist das Symbol für eine starke Frau und blickt auf meine Praxis hinunter. So kam der Engel ins Logo. Der Friedensengel ist  schon immer eine der bayerischen Lieblingsskulpturen meines Mannes, da er in ihr ein Symbol auch für die bayerische Mentalität sieht.


Seit 1896 schwebt der Engel auf seiner 23 Meter hohen Säule über der Stadt und der Isar. Eigentlich ist er eine neapolitanische Nike aus Anlass des fünfundzwanzigsten Jahrestages des Frankfurter Friedens nach dem deutsch-französischen Krieg. Im Gegensatz zu der aus ähnlichem Anlass geschaffenen Berliner Siegessäule ist es in München ein Friedensdenkmal - eine Mischung der Vorbilder wie christliche Engel und antiken Himmelsboten. Der Engel des Friedens ist ein Symbol für Frieden und Eintracht und leuchtet wie ein himmlisches Zeichen über der Stadt mit ihren Auen, Straßen und Wegen. In der linken Hand hält unsere Nike die Statuette einer jungfräulichen Athene, ein sogenanntes Palladion vermutlich als Schutzgottheit für die Stadt und in der rechten einen Ölzweig, ein Symbol für den Frieden.


Neben den Heraklesmedallions, den Porträtreliefs bayrischer und preußischer Persönlichkeiten wie Königen (Ludwig II, Otto I und Prinzregent Luitpold), Kaisern ( Wilhelm I, Friedrich III, Wilhelm II) und Ministern (Otto von Bismarck, A.von Roon etc.) finden sich im Sockel vier Mosaiken. Zwei der Glasmosaiken zeigen eine sitzende Frauengestalt mit Ähren und Fackel bzw. eine weitere mit Lorbeerkranz und Palmzweig. Beides symbolisiert Wohlstand, Frieden und Kultur.
1981 musste der Engel wegen drohenden Absturzes bei zunehmender Korrosion entfernt werden, die Münchner erwirkten die Renovierung, dabei wurden die Flügel steiler gestellt und ein Fuß mit Blei ausgegossen.


Karl Valentin:
"Frau : Was tut denn der Friedensengel mit der Friedenspalme?"
Mann : Die schwenkt er, so wie man eine Fahne schwenkt und dazu singt er dann: 'Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen'
Frau: Wann singt er denn das?
Mann: Nur bei Kriegszeiten? "

P.S. Die Fotos in diesem Blog sind von mir selbst fotografiert.


Donnerstag, 17. Mai 2012

Immer wieder werde ich auf diese Figuren in meiner Praxis angesprochen. Es handelt sich um Cosmas und Damian,  Zwillingsbrüder, Ärzte in Syrien, gestorben ca. 303 in der heutigen Türkei. Aufgrund ihres sozialen Engagements und Märtyrertods wurden sie schon früh zu Heiligen der Mediziner. Die gefassten Holzfiguren sind ein Geschenk meiner Mutter zur Eröffnung meiner ersten Praxis im November 1988. Sie stammen aus dem Grödnertal und sollen auf mich acht geben. In St. Michael in München ist übrigens ihr Reliquienschrein. 
Da ich selbst unter dem Sternzeichen der Zwillinge geboren bin - wie viele meiner Medizinerfreunde, finde ich Querverweise zu Castor und Pollux sowie Apollo und Aeskulap interessant.
Gleichzeitig mit diesen Heiligen hat meine Mutter  mir das Buch von Robert J. Lifton über die "Ärzte im Dritten Reich" mit der Widmung "wehret den Anfängen" geschenkt.
Dieser politisch - christliche Wertemix prägte meine Kindheit - von Anna Seghers Siebtem Kreuz bis zum Heiligen Antonius, dessen Kerze zu Prüfungen angezündet wurde. 




Wenn wir schon über Figuren und meine Mutter sprechen, möchte ich noch über "die Begegnung" erzählen, ein Geschenk meiner Mutter zu meinem 40. Geburtstag. Die Figur zeigt die Begegnung einer Frau mit sich selbst und stammt von Willy Guglhör aus Murnau. 
Die Begegnung einer Frau mit sich selbst mit dem angedeuteten Rahmen als Spiegel. Dieses Thema ist für eine Frauenärztin einfach zu gut - ich überlasse es Ihrer Phantasie.


Meine Mutter hat manches Bild oder Skulptur in monatlichen Raten von Ihrer Rente bei den Künstlern abbezahlt. Ich bleibe deshalb gleich noch bei Mutter und Kind.


Ein Geburtstag ist halt ein Tag von Mutter und Kind - auch im Gedächtnis.






Zu den Figuren, die meine Mutter erworben und uns geschenkt hat, gehört auch "Almond" - hier der Gipsabdruck, den die Künstlerin Ingrid Baumgärtner-Stöcker meiner Mutter geschenkt hat. Die Originalbronze hat mein Bruder von unserer Mutter zu seinem 40. Geburtstag bekommen, weil die Kinderfigur mit Mütze meine Mutter so an meinen Bruder als Kind erinnert hat.


Zu allen Künstlern besteht eine persönliche Beziehung. Ingrid Baumgärtner-Stöcker lebt und arbeitet heute mit ihrem Mann, dem Bildhauer Bernd Stöcker und ihren drei Kindern Anna, Almond und Barbara (!) in Triftern.


In meinem nächsten Blog werde ich Ihnen mehr über die Bilder in meiner Praxis und ihre Künstler erzählen - Horst Thürheimer, Imke Reinecke und Peter Burkart. 


Wie mein Freund Tarek gelästert hat - alle Ärzte lieben es über ihre Kunst zu sprechen.

Dienstag, 15. Mai 2012

Guten Morgen!


Heute morgen möchte ich besonders meinem Team danken.


Immer wieder gibt es in meinem Beruf die Situation, dass Diagnosen oder auch Krankheitsverläufe bei Patientinnen uns unerwartet treffen und betroffen machen. Unsere  bzw. meine Patientinnen passen sehr gut zu mir und sind mir häufig auch ähnlich, so identifiziere ich mich in vielem mit ihnen.  Dabei ist es ganz besonders gut, wenn man eine Gemeinschaft und ein Team hat, die einen stützt und das einen trägt.


Ich möchte also Christina Strobl und Ulrike Bach ganz herzlich für ihren kreativen Einsatz beim Aufbau der Praxis, ihre stete Freundlichkeit, ihre zuverlässige, fröhliche und engagierte Hilfe danken! Mir gefällt, dass beide ständig versuchen, ihr Wissen zu verbessern, dafür nachfragen, googlen oder englische Übersetzungen suchen. Ich freue mich jeden Tag an unserem Team. Sie bringen Sonne auch in so kalte Tage wie heute und helfen mir auch im übertragenen Sinne. Danke!


Ihre Barbara Gruppe

Dienstag, 8. Mai 2012

Obwohl gerade die Mitternacht näher rückt, muß ich noch heute mit Ihnen, meine lieben Leserinnen, unbedingt ein wunderbares Gedicht teilen, das eine liebe langjährige Patientin mir "geschenkt" hat und in der Schiebetür zur Umkleidekabine in einem sagenhaften Rhythmus rezitiert hat. Das Lila der Umkleidekabine diente der Inspiration. Das Original habe ich gegoogelt.


Das Gedicht ist von Jenny Josef. Ich habe mir gerade die Autorin auf you tube angeschaut - es ist wunderbar. Danke liebe Frau E.


Wenn ich einmal eine alte Frau bin, werde ich Purpur tragen,
Zusammen mit einem roten Hut, der nicht dazu passt und mir nicht gut steht.
Und ich werde meine Rente ausgeben für Brandy und Spitzenhandschuhe
Und Schuhe aus Satin.Und ich werde sagen:"Für Butter haben wir kein Geld."
Ich werde mich auf den Bürgersteig setzen, wenn ich müde bin,
Und Pröbchen in den Geschäften verschlingen
und Alarmglocken läuten
Und meinen Stock gegen die Zäune der öffentlichen Anlagen klappern lassen
Und Schluss machen mit der Angepasstheit meiner Jugend.
Ich werde in meinen Hausschuhen in den Regen rausgehen
Und Blumen pflücken, die in anderer Leute Gärten wachsen,
Und lernen zu spucken.



Du kannst schreckliche Hemden tragen und richtig dick werden
Und drei Pfund Würstchen auf einen Satz essen,
Oder nur Brot und sauren Gurken für eine Woche lang,
Bleistifte und Kulis und Bierdeckel und anderen Kleinkram horten.



Aber jetzt müssen wir vernünftige Kleider haben, die uns trocken halten,
Und unsere Miete zahlen und nicht in der Öffentlichkeit fluchen
Und unseren Kindern ein gutes Vorbild sein.
Wir müssen Freunde zum Essen einladen und die Tageszeitung lesen.


Aber sollte ich vielleicht nicht jetzt schon ein bisschen üben?
Damit die Leute, die mich kennen, nicht zu schockiert und überrascht sind
Wenn ich plötzlich alt bin und anfange, Purpur zu tragen.


Jenny Joseph
When I am an old woman I shall wear purple
With a red hat which doesn't go, and doesn't suit me,
And I shall spend my pension on brandy and summer gloves
And satin sandals, and say we've no money for butter.
I shall sit down on the pavement when I'm tired
And gobble up samples in shops and press alarm bells
And run my stick along the public railings
And make up for the sobriety of my youth.
I shall go out in my slippers in the rain
And pick the flowers in other people's gardens
And learn to spit.

You can wear terrible shirts and grow more fat
And eat three pounds of sausages at a go
Or only bread and pickle for a week
And hoard pens and pencils and beermats and things in boxes.

But now we must have clothes that keep us dry
And pay our rent and not swear in the street
And set a good example for the children.
We must have friends to dinner and read the papers.

But maybe I ought to practise a little now?
So people who know me are not too shocked and surprised
When suddenly I am old, and start to wear purple.

Auch meine Mutter hätte Ihre helle Freude an diesem Gedicht gehabt - ich möchte es unbedingt heute noch mit Ihnen teilen.
Schlafen Sie gut und viel Spaß! Ihre Barbara Gruppe

Freitag, 4. Mai 2012

Zu den Bräuchen ein kleiner Nachtrag:
Dieses wunderschöne "Brot und Salz" hat mir eine Patientin zum Praxisbeginn mitgebracht. Es symbolisiert viele gute Wünsche für den Neuanfang - Brot als Grundnahrungsmittel, das dem Beschenkten nie ausgehen möge, Salz als Grundlage und auch Würze des Lebens, aber noch vieles mehr. Im christlichen Glauben wurde davon manches übernommen.

Dienstag, 1. Mai 2012

Zum ersten Mai


Heute habe ich die selbstgemalten Eier vom Osterstrauch im Haus weggeräumt. Es wird Zeit, das „Überraschungsei“ aufzuräumen, d.h. meinen Blog fortzuführen.
Nach den Osterbräuchen nach Palmbuschen und Palmesel, nach Osterlamm und Ostereiermalen, gingen mir heute Sitten und Bräuche zum Maianfang durch den Kopf: angefangen von Maitanz und Maiandacht bis zur Brockenhexe, Walpurgisnacht und Freinacht. In meiner Jugend gab es nur den Tanz in den Mai in der Gemeinde und die Maibowle.
Das bekannteste Symbol für den Mai ist der Maibaum. Maibäume schmücken viele Dörfer und Städte in Oberbayern. Neue Maibäume müssen gut bewacht werden. Schließlich muss ein gestohlener Baum mit Freibier und Brotzeit für die Diebe ausgelöst werden. 
Ein Freund meiner Eltern gab jedes Jahr ein fröhliches Fest zum ersten Mai. Eine besonderes Attraktion war ein wunderbarer, selbst gemachter Maibaum aus dem Stamm des  alten Weihnachtsbaums mit Kranz und Zinnfiguren auf kleinen Brettchen. 
Zu meinem Abschied von der Maistraße habe ich auch ein Gartenfest mit Maibaum  gegeben. Ein Freund hat mir dazu kleine Figuren aus Holz geschnitzt und bemalt - Dirndl und Bergmann. Falls Sie sich fragen, wieso Bergmann - mein Mann hat ursprünglich Bergbau in Aachen studiert. 
Über meinen Mann erlebte ich erstmals Sitte des Maiensteckens, die im Rheinland ganz weit verbreitet ist. Dabei stecken junge Männer zum ersten Mai junge mit bunten Bändern geschmückte Birken (Fruchtbarkeitssymbol!) an das Haus ihrer Angebeteten - manchmal sogar recht weit oben im zweiten oder dritten Stock. Das hat mir als romantischer junger Frau sehr gefallen.
Inzwischen hat sich seit den 80er Jahren ein Brauch mit Streichen und mit Toilettenpapier und Rasierschaum eingebürgert. In Baden-Württemberg gibt es solche „Säuberungsaktionen“ mit Törchenaushängen und Wegräumen aller Dinge, die nicht niet- und nagelfest sind, schon lange im Frühjahr zum Winteraustreiben.  Angeblich geht es in Bayern auf die Zeit zurück, wo zum 1. Mai die Rekruten eingezogen wurden und die Nacht zuvor nochmals ausgelassen feierten. Manches erinnert eher an Halloween, was es zu meiner Jugend noch nicht gab.
Die „Walpurgisnacht“ mit Ihren Hexen hat mich als Kind immer fasziniert. Da Walburga am 1.Mai heilig gesprochen wurde, ist das die Nacht vom 30.April auf den 1.Mai.
Das hat zum einen damit zu tun, dass ich väterlicherseits aus Nördlingen im Ries stamme. Die historisch wahre Geschichte über die „Hexe von Nördlingen“ hat mich in meiner Kindheit begleitet, immer ein wenig gegruselt aber doch fasziniert. Diese Frau - Maria Holl - wurde aufgrund neidischer Verleumdungen Ihrer Mitmenschen als Hexe angeklagt. Sie  hat die unzähligen Folterungen überstanden und wurde danach freigesprochen. Soweit mich die Erinnerung an die Erzählungen meiner Großeltern nicht täuscht, war das der letzte Hexenprozeß in Nördlingen. Ein moderner hölzernen Brunnen erinnert an diese Begebenheit. 
Zum anderen habe ich ein paar Jahre in Niedersachsen am Harz gewohnt. Dort gibt es die Brockenhexen mit ihrem Hexensabbat zur Walpurgisnacht, die nicht zuletzt durch Goethes Faust in jedermanns Schulwissen Einzug gefunden haben. 
Für den Salon einer Frauenärztin sind die Maibräuche und - feste eigentlich ein wunderbares und interessantes Thema - auch wenn ich die meisten der feministischen und esoterischen Interpretationen nicht teile. Viele haben einen sehr femininen, zum Teil matriarchalischen Ursprung. Sie haben mit Fruchtbarkeit zu tun und stellen ritualisierte Liebeszeremonien dar.
In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Patientinnen einen romantischen Tanz in den Mai!  
Um Sie neugierig zu machen: Über weitere weibliche Bräuche wie den „Frauendreissiger“ berichte ich dann zur gegebenen Zeit, schließlich wohne ich in Ramersdorf. Vielleicht nehme ich mir aber auch den Venustransit 2012 vor. 

Donnerstag, 5. April 2012

Start mit Überraschungsei

Bitte nehmen Sie Platz in meinem Salon.

Der frische Frühlingswind weht durch die offenen Fenster und es ist tatsächlich alles fertig geworden.

Zum erstenmal in meinem Leben versuche ich mich an einem Blog. 

Mit dem Namen "Barbaras Salon" will ich an die alte Tradition der Salons im Sinne eines Jour fixe anknüpfen. Ich hoffe dabei auf Ihre tatkräftige Unterstützung. Dies soll eine Frauenseite mit tollen Tipps und Empfehlungen im Kunst- und Kulturbereich und Frauengesprächen über Bücher, Computer oder mehr werden.
Ich denke dabei an Berichte über Ausstellungen, Konzerte, Lese-, Kino- oder Wanderempfehlungen, weniger an Pillen oder Medizinfragen. Letztere können wir in eigenen Mails über info@frauenaerztin-gruppe.de klären. Vielleicht berichte ich ab und zu über meine eigenen Unternehmungen - zuletzt zum Beispiel über meinen Besuch der Richterausstellung in Berlin oder bei Justin und Aila in der Roboterausstellung in Bonn.

Gerade habe ich zwei Konzertempfehlungen von Patientinnen erhalten:
Am 21.4.2012 um 20 Uhr gibt es einen Klavierabend mit dem Duo d'accord im Studio 1 im Funkhaus und am 28.4.2012 um 20 Uhr spielt DIE ZARGE in der Allerheiligen Hofkirche mit der wunderbaren Akustik ein Frühjahrskonzert mit Haydn, Bruch und Mozart. Vielleicht interessiert Sie dies.

Nach vielen Jahren mit Arztbriefen und Kurzbefunden muß ich meine Sprache und Schreibe erst wieder üben. Ich vertraue auf die Mithilfe von Ihnen, meinen Freundinnen und meinen Patientinnen!

Genießen Sie die Ostertage im Kreise Ihrer Lieben mit schönen Traditionen!

Ihre Barbara Gruppe