Sonntag, 29. Juli 2012


Noch bist du da (1977)


Wirf deine Angst 
in die Luft

Bald 
ist deine Zeit um 
bald wächst der Himmel 
unter dem Gras 
fallen deine Träume
ins  Nirgends

Noch 
duftet die Nelke
singt die Drossel
noch darfst du lieben
Worte verschenken 
noch bist du da 

Sei was du bist
gib was du hast


Rose Ausländer (1901 - 1988)

Dieses Gedicht hat mir meine Freundin Susanne gesandt. Was wir alle gemeinsam haben, ist die Freude an schönen Worten, augenzwinkerndem Humor, feiner Ironie und verbalem Tiefsinn. Das finden wir bei J. Ringelnatz, Chr. Morgenstern, M. Kaléko, R. Gernhardt, A. Lichtenstein, aber auch in den Aphorismen von G.Chr. Lichtenberg. Schon meine Eltern haben laufend "den Zaun mit Zwischenraum hindurchzuschauen", "das Reh aus Gips" und "die drei Spatzen", die "Schildschildkröte" oder "Fisches Nachtgesang" zitiert. Nachdem wir uns erstmals gesehen hatten, lud mein Mann mich zu Gerd Fröbes Rezitation von Christian Morgenstern in die Lach- und Schießgesellschaft ein. Diese gemeinsame Begeisterung ist geblieben. An einer unserer Vorhangschienen hängt aber auch das Gedicht von Schnitters: "Meine süße Puppe, mir ist alles schnuppe, wenn ich meine Schnauze auf die deine bautze"
Kerze von G.Richter 
Zu meiner Studienzeit gab es mal eine größere Studie in der die Heilungsverläufe bei 3 Gruppen verglichen wurden: 1. Heilung bei Patienten, die nur operiert wurden, die 2. Gruppe wurde operiert und es wurde für sie gebetet und die 3. Gruppe wurde operiert und sie wusste, dass für Sie gebetet wurde. Am besten verlief die Operation bei Gruppe 3, am zweitbesten bei Gruppe 2 und Schlusslicht war Gruppe 1. In meiner Familie wurde das immer so gehalten, auch für Patientinnen zünden wir meist eine Kerze an. Vielen Dank jedenfalls an alle fürs Mitdenken. Der Patient ist auf dem besten Wege der Genesung! Danke auch an die Ärzte und Schwestern der Intensivstation und Wache in Neuperlach!
Passend dazu meine aktuelle Lektüre: Masche Kaléko "Verse für Zeitgenossen" z.B. "Memento" und Robert Gernhardt "Lichte Gedichte"  z.B. "Im Kreis kreisen","ja damals".

Samstag, 28. Juli 2012

Galileo von Peter Vögele

Kürzlich hatte ich auf eine Ausstellung in Murnau hingewiesen. 
Hier ein Foto einer Edelstahlfigur von Peter Vögele.
Diese über 2 Meter hohe Skulptur heißt  "Galileo"symbolisiert offene Freundes- und Lebenskreise und die Kreise nehmen auch Bezug auf das europäische Satellitennavigationssystem Galileo. Also Leben - Freundschaft - Raumfahrt - alles umfassend. Außerdem angedeutet wie die Kugel einer Armillarsphäre und das wiederum erinnert an den italienischen Philosophen, Mathematiker, Astronomen und Physiker Galileo Galilei.
Die Befragung von über 10.000 Ärzten für den Ärztemonitor 2012 ergab, dass sich fast zwei Drittel aller Ärzte mehr Zeit für Ihre Patienten wünschen. Wenn man bedenkt, wie viel Ärzte Ihre Arbeit für nützlich und sinnvoll halten (98%) und wie viele mit Ihrer Arbeit zufrieden sind (91%), ist das wirklich schade. Zumal auch die Patienten sich mehr Zuwendung und Zeit von ihren Ärzten wünschen.
Dank der Überzeugungsarbeit durch meine Freunde und meinen Mann habe ich 2011 den Mut für eine neue Praxis gefasst und freue mich nun jeden Tag daran, meinen Patientinnen ausreichend Zeit widmen zu können und mit viel Freude in meine Praxis zu gehen. Damit gehöre ich zu den 16% der Ärzte, die diesen Luxus für sich empfinden.

Sonntag, 22. Juli 2012


Sophie Calle und ihr Werk "Prenez soin de vous" /"Passen Sie auf sich auf" beschäftigt mich immer wieder. Die Konzeptkünstlerin Sophie Calle ist 1953 in Paris geboren. Auf der Biennale 2007/2008  "think with the senses - feel with the mind" bin ich im französischen Pavillon ihrer Ausstellung " take care of yourself" begegnet. 
Davor hatte ich von der filmisch-fotografischen Dokumentation, die sie über den Tod ihrer Mutter und die letzten Lebensminuten gemacht hat gehört. Diese eigenartige intime Nähe des Todes vor Fremden darzustellen hat mich damals äusserst irritiert. Die filmische Darstellung des Todes als Kunst tangiert nicht nur ethische Grenzen.
Auch die Idee den Abschiedsbrief eines Lebensgefährten, den man nicht beantworten kann, 107 Frauen /Freundinnen/Kolleginnen vorzulegen, mit der Bitte um Interpretation, erscheint auf Anhieb befremdlich.
 "I received an email telling me it was over. I did't know how to respond. It was almost as if it hadn't been meant for me. It ended with the words "Take care of yourself". And so I did. I asked 107 women, chosen for their Profession or skills to interpret this letter. To analyze its, comment on it, dance it, sing it. Exhaust it. Understand it for me. Answer for me. It was a way of taking the time to break up. A way of taking care of myself.,"
Trotzdem hat das Kunstwerk mich nachhaltig beeindruckt. Auf zahllosen Monitoren besingen Sängerinnen das Abschiedsmail eines Mannes an Sophie Calle, tanzen Tänzerinnen, rezitieren Schauspielerinnen, analysieren Psychologinnen, korrigieren Lehrerinnen und verwandeln Wissenschaftlerinnen ihn in Formeln - ein vielstimmiger Trauergesang und Abschiedslied.
In den letzten Monaten habe ich viele Briefe mit lieben, verständnisvollen und anteilnehmende Worten und Zitaten von Patientinnen erhalten. Es hat mich sehr berührt, wie tief  manche Patientinnen mich verstanden ohne überhaupt Details zu kennen. Es ist wirklich erstaunlich von welchen unerwarteten Seiten oft unglaubliche Empathie kommt. 
Zeremonien helfen jedenfalls sicher bei der Bewältigung von Trauer, Abschied und Krankheit. Sie geben uns ein Gerüst und Stabilität. Trotzdem werde ich nicht aus den Briefen eine Collage à la Sophie Calle machen. Ich möchte mich einfach nur bedanken!

Donnerstag, 19. Juli 2012

Über zwei langjährige Rosenheimer Patientinnen darf ich alle Interessierten über ein spannendes Vorhaben der "Busenfreundinnen" informieren:


Busenfreundin gesucht!
Für unser Drachenboot-Team „Busenfreundin“ suchen wir
Mitstreiterinnen die gerne an der frischen Luft und auf dem
Wasser sind. Wir paddeln gegen den Brustkrebs!
Im Sommer 2012 wollen wir wöchentlich auf dem Simssee
trainieren um fit zu sein für das Rosenheimer
Drachenbootrennen am 22.September.
Bitte meldet Euch bei Andrea unter ah1707@gmx.de oder
08031 2472336. Jeder kann beim Training mitmachen so oft er
kann oder will.
Und das Paddeln gut für Euch ist muss hier hoffentlich nicht
erklärt werden.
Ausdauersport, frische Luft, Sonnenstrahlen, Spaß im Team.
Wir freuen uns auf jede weitere Teilnehmerin!
Trau Dich – auch wenn Du es noch nie ausprobiert hast.

Dienstag, 17. Juli 2012

Heute hat mir eine liebe Patientin, die Gedichte von Mascha Kaléko empfohlen. Sie sind ganz wunderbar. Leider kann ich aus rechtlichen Gründen die schönsten hier nicht einfach an Sie weitergeben. 
Also schauen Sie am besten selbst, z.B. unter www.maschakaleko.com.

Freitag, 13. Juli 2012

Falls Sie ihr Weg mal nach Murnau führt - Staffelsee, Moos, Münterhaus und vieles mehr sind immer einen Ausflug wert. Zur Zeit auch:

FORM UND FARBE
Neue Arbeiten von dem von mir sehr geschätzten  Peter Vögele und Tanja Schönberg sind in einer Ausstellung in der Galerie am Gabriele-Münter-Platz des Murnauer Kunstvereins "Die Tür" e.V. vom 28.Juli bis 18.August 2012 zu sehen. Die Vernissage ist am Freitag, den 27.7. um 19 Uhr. Die einführenden Worte spricht Dr.phil. Rita de Muynck.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Liebe Patientinnen,
wir müssen heute mal unserem Unmut über die Softwareprobleme bei Praxissystemen Luft machen. Da es immer wieder Probleme mit der online-Terminvereinbarung gibt und gab, hatten wir das System über Wochen abgeschaltet. Seit kurzem können Sie bei uns wieder Termine online vereinbaren, dennoch erhalten Sie dabei unter Umständen mehrfach Mails mit Bestätigungen oder Absagen. Falls es Sie verunsichert, schicken Sie uns ein Mail unter info@frauenaerztin-gruppe.de mit Ihrer Telefonnummer - wir rufen Sie zurück.
In der Werbung wird versprochen: 
"Durch einfaches Anmelden auf Ihrer Internetseite können Ihre Patienten selbstständig Termine buchen, Wiederholungsrezepte oder Befunde anfordern und die Online-Sprechstunde nutzen und das an 24 Stunden an 7 Tagen. Durch die gewohnt komfortable und nahtlose Integration in ihr System wird Ihr Praxisteam optimal organisiert und verwaltungstechnisch in der Anmeldung entlastet. "   
Doch davon kann leider keine Rede sein. Man kann online Flüge, Reisen und Autos buchen. Man kann online einchecken u.s.w. Man kann sich darauf verlassen, dass der Platz im Flugzeug oder im Theater nicht zweimal vergeben wird. Aber Online-Terminvereinbarungen bedürfen immer noch unglaublich vieler Handarbeit und entlasten uns bisher nicht. Bitte seien Sie also nicht irritiert, sondern helfen Sie uns durch Rückmeldung dieses System zu verbessern. Danke! Für die entstandenen Unannehmlichkeiten möchten wir uns entschuldigen.
Ihre Christina Strobl, Ulrike Bach und Barbara Gruppe

Montag, 9. Juli 2012

Über Frau Ulke darf ich für Interessierte und Kunstbegeisterte eine Einladung in das Genossenschaftsmodell für Atelierräume und Werkstätten fürs kommende Wochenende übermitteln:


Einladung zur Streitfeld Taufe und Kunstauktion

Freitag 13. Juli 2012 von 14 bis 19 Uhr

Streitfeldstraße 33
81673 München

14 Uhr Taufe - 15 Uhr/16 Uhr Hausführung - 17 Uhr Kunstauktion

KunstWohnWerke München eG · www.kunstwohnwerke.de
Genius Loci e.V. gemeinnütziger Verein für Kunst und Kultur · www.geniusloci-ev.de


Mittwoch, 4. Juli 2012

Heute nur einen kleinen Tip:

Seit mein Mann Gerd und ich eine Fernbeziehung führen, erleben wir unsere Beziehung viel intensiver. Wir genießen dabei München und Bayern bzw. Bonn und das Rheinland bewußt und sehen sozusagen mit den Augen der Seele. Wir fotografieren Wolkenbilder bei Wanderungen im Berchtesgadener Land und machen Kutschfahrten im Murnauer Moos oder erleben die Sonnenaufgänge am Rhein oder machen Schifffahrten zum Brunch auf dem Rhein (besonderen Dank an das Team von meinem Mann!) Wir nehmen unsere Stadt mit anderen Augen wahr z.B. bei einer Führung mit meiner Freundin Susanne bei Stattreisen siehe unter www.stattreisen-muenchen.de. Vielleicht haben auch Sie Lust auf eine Viktualien-verführ-tour oder Gern durch Gern oder einen anderen spannenden Rundgang. Man entdeckt in München ganz unbekannte Ecken und hat neue Themen und Gespräche. So etwas ist auch ideal für Familienfeste.

Man kann aber auch den Themengeschichtspfaden der Landeshauptstadt München folgen. Eine Patientin hat mich darauf aufmerksam gemacht und mir gleich das grüne Büchlein zur Geschichte der Frauenbewegung mitgebracht, weil es gar so gut zu meiner Praxis paßt. Das Kulturreferat der Landeshauptstadt bringt diese kleinen, wunderbar handlichen Büchlein oder Hörfassungen ( unter www.muenchen.de/rathaus/rathaus/Stadtverwaltung/Kulturreferat/Stadtgeschichte/ThemenGeschichtsPfade downzuloaden) zur Geschichte der Frauenbewegung, zum Nationalsozialismus in München (auch in Englisch), zu Orten des Erinnerns und Gedenkens, zur Geschichte der Schwulen und Lesben in München heraus. Sie können aber auch zu den einzelnen Stadtvierteln "KulturgeschichtsPfade" erhalten.

Donnerstag, 21. Juni 2012



Gestern Abend brachte meine ehemalige, langjährige Sprechstundenhilfe Elke eine riesige Orchidee vorbei. Sie hatte vor 1 Jahr nach dem Tod meiner Mutter einige verblühte Orchideen von ihr "in Pflege" genommen und hat mir jetzt zum Jahrestag die schönste wieder mitgebracht.




Dazu nicht nur für Elke ein Liedtext der Rockgruppe Novalis:


Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß wie Wolken schmecken,
der wird im Mondschein ungestört
Von Furcht, die Nacht entdecken. 
Der wird zur Pflanze,
wenn er will, zum Tier, zum Narr, zum Weisen
und kann in einer Stunde
durchs ganze Weltall reisen. 
Er weiß, dass er nichts weiß,
wie alle andern auch nichts wissen,
nur weiß er was die anderen
und er noch lernen müssen. 
Wer in sich fremde Ufer spürt,
und Mut hat sich zu recken,
der wird allmählich ungestört 
von Furcht sich selbst entdecken. 
Abwärts zu den Gipfeln 
seiner selbst blickt er hinauf,
den Kampf mit seiner Unterwelt,
nimmt er gelassen auf.
Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiss wie Wolken schmecken,
der wird im Mondschein, ungestört
von Furcht,die Nacht entdecken. 
Der mit sich selbst in Frieden lebt,
der wird genauso sterben,
und ist selbst dann lebendiger
als alle seine Erben.
1978 geschrieben von dem Gitarristen Carlo Karges
und:


Es geht im Leben nicht darum zu warten,
dass der Sturm vorüber zieht,
sondern zu lernen,
im Regen zu tanzen....

Sonntag, 17. Juni 2012





Gerade waren wir auf dem ersten "Salon Oberbayern", einer neuen Reihe des Heimatpflegers des Bezirks Oberbayern, Herrn Dr. Göttler. Zum Auftakt hat Horst Thürheimer die sehr komplexe, dreistufige Arbeitsweise bei seinem Kreuzweg in St. Florian beschrieben, einem 17 m breiten, 14-teiligen modernem Glasbild. Es kam zu einer eindrucksvollen Darstellung der Idee der Kirchenkonzeption durch Vertreter der Diozöse, der Frage Kunst in der Kirche, Kunst und Glaube und der Bedeutung der impressiven Glasgemälde. Auch Gemeindemitglieder und Pfarrer Guggenbiller stellten ihr persönliches Erleben dieses Kreuzweges und des gegenüberstehenden Auferstehungsbildes dar, also den christlichen Dipol von Leidensweg, Hoffnung und Auferstehung. Das abstrakte Kreuzwegbild stellt sehr intensiv Leiden und Martyrium Christi dar. Es war interessant wie stark sich das auf alle Betrachter überträgt. Gleichzeitig zeigt es eine Hoffnung und einen positiven Ausblick. Das gemeinsame Gespräch und die Diskussion waren sehr beeindruckend. Ich bin gespannt auf die Fortführung dieses Salons! 

Als nächstes können Sie am 26.6. um 20 Uhr in der Kulturschranne in Dachau an einer Lesung mit Musik von Anatol Regnier, Sohn von Charles Regnier und Enkel von Frank Wedekind teilnehmen. Der Titel lautet: "Seltsam sind des Glückes Launen".





Samstag, 16. Juni 2012

Heute lade ich Sie zu einem Ausflug in meine Bilderwelt ein: 



Die Bilder in meinem Wartezimmer hat mir Imke Reinecke zur Verfügung gestellt. Ich möchte ihr ganz herzlich für ihre spontane Bereitschaft, mir diese wunderbar passenden Bilder zur Verfügung zu stellen, danken. Frau Reinecke ist 1952 in Bremen geboren, war bis 2007 selbstständige Steuerberaterin in München und lebt und arbeitet jetzt als Kunstmalerin in Achim bei Bremen. 
Siehe auch Ihre eigene Webseite http://www.imke-reinecke.meinatelier.de.



Bilder in meinem neuen Sprechzimmer


In meiner alten und meiner neuen Praxis fanden und finden Sie zahlreiche Bilder von Horst Thürheimer. Horst  ist im Juni 1952 geboren. Das scheint ein wahrhaft guter Jahrgang zu sein. Horst Thürheimer hatte für mich in der alten Praxis eine sehr schöne Ausstellung zusammengestellt. Seine Bilder gefallen mir sehr. Unter seinen neuesten Arbeiten ist ein kompositorisch und farblich unglaublich schönes, leider ein für meine Praxisräume zu großes Bild. Er hätte mir sogar "meinen Liebling" geliehen.


Horst hängt Bilder in der alten Praxis auf
"mein Liebling" im Atelier mit dem Handy fotografiert 

Thürheimer wurde 1952 in Ulm geboren, studierte an der Münchner Akademie der Schönen Künste und wurde Meisterschüler von Prof. Rudolf Tröger. Seither lebt und arbeitet er als Maler und Zeichner in München. 1988 erhielt er den Bayerischen Staatspreis, 1989 das New-York-Stipendium des Bayerischen Staates. 2009 machte er durch die Ausstellung "Antike im Feuer" in der Münchner Glyptothek auf sich aufmerksam. 

Siehe dazu seine eigene Webseite www.horstthuerheimer.de





Bild in meinem alten Sprechzimmer



Mit dem abstrakten Kreuzweg für die Kirche St. Florian hat Thürheimer ein eindrucksvolles, geistliches Werk geschaffen. Im "Salon Oberbayern" erläutert er seine Arbeitsweise und stellt sich den Fragen von Bezirksheimatpfleger Dr. Norbert Götter.

Morgen am 17.6.2012 um 14:30 Uhr können Sie mit dem Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler in der katholischen Kirche St. Florian in München Reim den modernen Kreuzweg von Horst Thürheimer anschauen ( Eintritt € 7.-Anmeldung erforderlich: Fachberatung für Heimatpflege Tel. 08857/88-850, Fax 08857/88-859 e-mail: norbert.goettler@bezirk-oberbayern.de)



und last but not least: 







Die kleinen zarten Bilder im alten und neuen Untersuchungszimmer stammen von Peter Burkart, geboren 1940 in München. Peter Burkart studierte 1959-65 an der Staatl. Hochschule für bildende Künste in Frankfurt/Main bei seinem Vater Prof. Albert Burkart und war Meisterschüler bei Prof. Joh. Schreiter - 1962 Martin B. Leisser Stiftung, 1964 Stipendium in Südfrankreich, 1979 Seerosenpreis der Stadt München. 1991-1993 gestaltete er den 19-teiligen Wandfries mit den großen Tafelbildern in der Basilika St. Bonifaz in München. Sechs Jahre lang hatten wir eine Ausstellung mit seinen Bildern in der alten Praxis. Seine Spezialität sind Farbräume mit räumlichen Dimensionen der Farbe mit besonderen Gefühlswerten und Musikalität. Er half nicht nur bei der Farbwahl für die Wände in der Donnersbergerstr. 22, er gestaltete auch die Türen des großen Schranks in der Mammographie in der Praxis Donnersbergerstraße. Die farbigen Tafeln haben vielen der  Patientinnen die Angst vor der Untersuchung genommen. Burkart ist Mitglied des Vorstandes der Freien Münchner und Deutschen Künstlerschaft e.V.

2010 und 2011 stellte Peter Burkart zwei Ausstellungen mit Frauenbildnissen seines Vaters Prof. Albert Burkart in Riedlingen zusammen unter dem Thema "Frauen". Dabei ging es nicht nur um Mariendarstellungen, sondern auch sozialkritisch um die Rolle der Frau in der Gesellschaft. 


Mittwoch, 6. Juni 2012

Ankündigung zweier Konzerte:

Am 09.Juni 2012 um 19:30 Uhr können Sie im Hubertussaal des Schlosses Nymphenburg eine ganz besondere "Nachtmusick" von Mozart mit Vecchio legno hören. Dabei spielt Sebastian Kürzl, Mitglied des Balthasar-Neumann-Ensembles und Sohn meines sehr geschätzten Kollegen Prof. Rainer Kürzl mit. Ich wäre gern dabei gewesen, wünsche Ihnen viel Erfolg und Freude!

Wunderbare Musik in besonderem Ambiente gibt es auch am Sonntag:

Am 10.Juni 2012 gastiert auf Schloss Seefeld der junge russisch-israelische Ausnahmepianist Ilya Poleataev mit Werken von Bach, Chopin, Dussek und Brahms.



Leider gab es in München auf der Volkssternwarte heute früh zwar einen Sonnenaufgang aber keinen Venustransit zu sehen. Die Sonne lag hinter Wolken versteckt. Nächste Chance wieder in 105 Jahren. Trotzdem ist der 6.6. ein besonderer Tag mit vielen bedeutenden Ereignissen und wichtigen Geburtstagen:






1799 Alexander Puschkin
1850 Karl Ferdinand Braun (Braun'sche Röhre), Nobelpreisträger 1909
1868 Robert Falcon Scott, Polarforscher
1875 Thomas Mann, deutscher Schriftsteller und Nobelpreisträger
1903 Aram Chatschaturiam, russ. Komponist
1907 Persil kommt auf den Markt
1920 erste Reichstagswahl
1931 Münchner Glaspalast mit 3000 Gemälden wird Raub der Flammen
1933 Heinrich Rohrer, Schweizer Physiker
1942 Klaus Bednarz, deutscher Journalist
1944 Landung der Alliierten Truppen in der Normandie
1944 Gründung des ersten CVJM in London
1945 Theo Zwanziger, Präsident des Fußballbundes
1952 Gerd Gruppe, bester Ehemann aller Zeiten
1956 Björn Borg, schwedischer Tennisspieler
1971 Start Raumschiff Sojus 11
1978 D-Bo, deutscher Rapper
2005 Schwedischer Nationalfeiertag

Sonntag, 3. Juni 2012

Vor längerem habe ich angekündigt, rechtzeitig über den sog. Venustransit zu berichten. Es handelt sich nicht wie bei einer Frauenärztin vielleicht zu vermuten um ein gynäkologisches Phänomen sondern um ein astronomisches Ereignis. Dabei wandert der Planet Venus von der Erde aus gesehen vor der Sonne vorbei, diesmal am 6.6.2012 z.B. ab 5.14 Uhr in München. Die nächste Chance, dies zu beobachten gibt es erst wieder 2117!
Gerade habe ich von meinem Vetter Karl-Hanns folgende Zeilen von Anselm Grün erhalten:

"Der Engel der Zuversicht schenkt uns Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft. ... Die Zuversicht sieht mehr als das bloß Vorhandene. Sie sieht mehr als die Probleme ...sie sieht zur Welt hinzu Gottes Engel, die mit uns durch diese Welt gehen und die ihre schützende Hand über uns halten."

Das gibt mir die Gelegenheit zu einer Überleitung vom Friedensengel zu einem großen Dank an alle, die mich in den vergangenen Monaten liebevoll begleitet haben. 
Viele liebe Unterstützung und wunderbarer Zuspruch wurde mir auch von unerwarteter Seite zuteil. Ihnen allen gilt meine Dankbarkeit und Zuneigung! 


An dieser Stelle möchte ich mich bei meiner Innenarchitektin, Frau Jeanette Heerwagen (www.heerwagen-dc.com) sehr herzlich bedanken. Sie hat mich nicht nur von Anfang an bei der Praxissuche begleitet und die Verwirklichung von meinen Praxis-"t"-räumen ermöglicht, sondern auch so manch anderes Problem mitgetragen. Sie hat mit ihrem wirklich kompetentem Team Träume wahr gemacht. Danke.







Montag, 28. Mai 2012

Wie kam der Friedensengel in mein Logo?


Beim Unterschreiben des Mietvertrags für die Praxis im Lehel blickte ich über die Wipfel der Bäume an der Isar auf den Friedensengel und empfand dies als gutes Omen. Diese Siegesgöttin ist das Symbol für eine starke Frau und blickt auf meine Praxis hinunter. So kam der Engel ins Logo. Der Friedensengel ist  schon immer eine der bayerischen Lieblingsskulpturen meines Mannes, da er in ihr ein Symbol auch für die bayerische Mentalität sieht.


Seit 1896 schwebt der Engel auf seiner 23 Meter hohen Säule über der Stadt und der Isar. Eigentlich ist er eine neapolitanische Nike aus Anlass des fünfundzwanzigsten Jahrestages des Frankfurter Friedens nach dem deutsch-französischen Krieg. Im Gegensatz zu der aus ähnlichem Anlass geschaffenen Berliner Siegessäule ist es in München ein Friedensdenkmal - eine Mischung der Vorbilder wie christliche Engel und antiken Himmelsboten. Der Engel des Friedens ist ein Symbol für Frieden und Eintracht und leuchtet wie ein himmlisches Zeichen über der Stadt mit ihren Auen, Straßen und Wegen. In der linken Hand hält unsere Nike die Statuette einer jungfräulichen Athene, ein sogenanntes Palladion vermutlich als Schutzgottheit für die Stadt und in der rechten einen Ölzweig, ein Symbol für den Frieden.


Neben den Heraklesmedallions, den Porträtreliefs bayrischer und preußischer Persönlichkeiten wie Königen (Ludwig II, Otto I und Prinzregent Luitpold), Kaisern ( Wilhelm I, Friedrich III, Wilhelm II) und Ministern (Otto von Bismarck, A.von Roon etc.) finden sich im Sockel vier Mosaiken. Zwei der Glasmosaiken zeigen eine sitzende Frauengestalt mit Ähren und Fackel bzw. eine weitere mit Lorbeerkranz und Palmzweig. Beides symbolisiert Wohlstand, Frieden und Kultur.
1981 musste der Engel wegen drohenden Absturzes bei zunehmender Korrosion entfernt werden, die Münchner erwirkten die Renovierung, dabei wurden die Flügel steiler gestellt und ein Fuß mit Blei ausgegossen.


Karl Valentin:
"Frau : Was tut denn der Friedensengel mit der Friedenspalme?"
Mann : Die schwenkt er, so wie man eine Fahne schwenkt und dazu singt er dann: 'Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen'
Frau: Wann singt er denn das?
Mann: Nur bei Kriegszeiten? "

P.S. Die Fotos in diesem Blog sind von mir selbst fotografiert.


Donnerstag, 17. Mai 2012

Immer wieder werde ich auf diese Figuren in meiner Praxis angesprochen. Es handelt sich um Cosmas und Damian,  Zwillingsbrüder, Ärzte in Syrien, gestorben ca. 303 in der heutigen Türkei. Aufgrund ihres sozialen Engagements und Märtyrertods wurden sie schon früh zu Heiligen der Mediziner. Die gefassten Holzfiguren sind ein Geschenk meiner Mutter zur Eröffnung meiner ersten Praxis im November 1988. Sie stammen aus dem Grödnertal und sollen auf mich acht geben. In St. Michael in München ist übrigens ihr Reliquienschrein. 
Da ich selbst unter dem Sternzeichen der Zwillinge geboren bin - wie viele meiner Medizinerfreunde, finde ich Querverweise zu Castor und Pollux sowie Apollo und Aeskulap interessant.
Gleichzeitig mit diesen Heiligen hat meine Mutter  mir das Buch von Robert J. Lifton über die "Ärzte im Dritten Reich" mit der Widmung "wehret den Anfängen" geschenkt.
Dieser politisch - christliche Wertemix prägte meine Kindheit - von Anna Seghers Siebtem Kreuz bis zum Heiligen Antonius, dessen Kerze zu Prüfungen angezündet wurde. 




Wenn wir schon über Figuren und meine Mutter sprechen, möchte ich noch über "die Begegnung" erzählen, ein Geschenk meiner Mutter zu meinem 40. Geburtstag. Die Figur zeigt die Begegnung einer Frau mit sich selbst und stammt von Willy Guglhör aus Murnau. 
Die Begegnung einer Frau mit sich selbst mit dem angedeuteten Rahmen als Spiegel. Dieses Thema ist für eine Frauenärztin einfach zu gut - ich überlasse es Ihrer Phantasie.


Meine Mutter hat manches Bild oder Skulptur in monatlichen Raten von Ihrer Rente bei den Künstlern abbezahlt. Ich bleibe deshalb gleich noch bei Mutter und Kind.


Ein Geburtstag ist halt ein Tag von Mutter und Kind - auch im Gedächtnis.






Zu den Figuren, die meine Mutter erworben und uns geschenkt hat, gehört auch "Almond" - hier der Gipsabdruck, den die Künstlerin Ingrid Baumgärtner-Stöcker meiner Mutter geschenkt hat. Die Originalbronze hat mein Bruder von unserer Mutter zu seinem 40. Geburtstag bekommen, weil die Kinderfigur mit Mütze meine Mutter so an meinen Bruder als Kind erinnert hat.


Zu allen Künstlern besteht eine persönliche Beziehung. Ingrid Baumgärtner-Stöcker lebt und arbeitet heute mit ihrem Mann, dem Bildhauer Bernd Stöcker und ihren drei Kindern Anna, Almond und Barbara (!) in Triftern.


In meinem nächsten Blog werde ich Ihnen mehr über die Bilder in meiner Praxis und ihre Künstler erzählen - Horst Thürheimer, Imke Reinecke und Peter Burkart. 


Wie mein Freund Tarek gelästert hat - alle Ärzte lieben es über ihre Kunst zu sprechen.